Was ist ein Online Broker?
Ein Online Broker ist ein Finanzdienstleister, der den Kauf und Verkauf von Wertpapieren über das Internet ermöglicht. Im Gegensatz zur klassischen Hausbank benötigst du keine persönliche Beratung - du entscheidest selbst, welche Aktien, ETFs oder Fonds du kaufen möchtest.
Der grosse Vorteil: Online Broker sind deutlich günstiger als traditionelle Banken. Während Filialbanken oft hohe Depotgebühren und Orderkosten verlangen, bieten moderne Broker wie Flatex, Trade Republic oder Scalable Capital Wertpapierdepots ohne laufende Kosten und Ordergebühren ab 0 Euro.
Steuereinfache Broker in Österreich
In Österreich gibt es eine Besonderheit: die Kapitalertragsteuer (KESt). Diese beträgt 27,5% auf Kursgewinne und Dividenden. Bei einem steuereinfachen Broker wird die KESt automatisch berechnet und an das Finanzamt abgeführt. Das spart enorm viel Aufwand bei der Steuererklärung.
Empfehlung: Besonders für Anfänger empfehlen wir einen steuereinfachen Broker. Das österreichische Steuerrecht bei Kapitalerträgen ist komplex - erspare dir den Aufwand!
Zu den steuereinfachen Brokern in Österreich zählen: Flatex, DADAT Bank, easybank, Trade Republic (seit 2024), Scalable Capital, Bitpanda, Erste Bank und Raiffeisen. Diese Anbieter haben entweder eine Niederlassung in Österreich oder kooperieren mit österreichischen Partnern für die automatische Steuerabfuhr.
Depotgebühren und Orderkosten im Vergleich
Die Kosten eines Online Brokers setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
- Depotgebühr: Jährliche Gebühr für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Bei vielen Neobrokern komplett kostenlos.
- Ordergebühr: Kosten pro Kauf oder Verkauf. Liegt zwischen 0 € (Sparplan) und ca. 10 € pro Trade.
- Sparplan-Gebühr: Kosten für regelmässige Sparpläne. Bei vielen Brokern kostenlos für ausgewählte ETFs.
- Fremdspesen: Börsengebühren, Handelsplatzentgelte oder Spread bei ausserbörslichem Handel.
| Broker | Depotgebühr | Ordergebühr | ETF-Sparplan | Steuereinfach |
|---|---|---|---|---|
| Flatex | 0 € | 5,90 € | ab 0 € | ✓ Ja |
| DADAT | 0 € (Aktion) | ab 3,90 € | ab 0 € | ✓ Ja |
| Trade Republic | 0 € | 1 € | 0 € | ✓ Ja |
| Scalable Capital | 0 € | ab 0,99 € | 0 € | ✓ Ja |
| easybank | 0,1% p.a. | ab 4,95 € | ab 1,50 € | ✓ Ja |
| DEGIRO | 0 € | ab 2 € | - | ✗ Nein |
ETF Sparplan - regelmässig investieren
Ein ETF Sparplan ist der einfachste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen. Dabei investierst du monatlich einen fixen Betrag in einen oder mehrere ETFs. Der Vorteil: Du musst nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten, sondern profitierst vom Cost-Average-Effekt.
Die besten Broker für ETF-Sparpläne in Österreich sind Trade Republic (alle Sparpläne kostenlos), Scalable Capital (über 2.000 gratis ETF-Sparpläne) und Flatex (500+ ETFs ohne Ausführungsgebühr). Bei der DADAT Bank sind ausserdem 120+ ETF-Sparpläne komplett gebührenfrei.
Welcher Broker für Anfänger?
Als Einsteiger solltest du auf folgende Punkte achten:
- Steuereinfach: Erspart dir die komplizierte Steuererklärung
- Niedrige Gebühren: Besonders bei kleinen Beträgen wichtig
- Einfache Bedienung: Übersichtliche App oder Weboberfläche
- Guter Support: Erreichbar bei Fragen
- Sparplan-Angebot: Für regelmässiges Investieren
Unsere Empfehlung für Anfänger: Trade Republic oder Scalable Capital. Beide bieten eine intuitive App, kostenlose ETF-Sparpläne und sind seit 2024 auch in Österreich steuereinfach.
Häufige Fragen zum Broker Vergleich
Das hängt von deinen Bedürfnissen ab. Für Anfänger empfehlen wir Trade Republic oder Scalable Capital wegen der einfachen Bedienung und kostenlosen Sparpläne. Wer Wert auf eine österreichische Bank legt, ist bei DADAT oder easybank gut aufgehoben. Für aktive Trader bietet Flatex ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein steuereinfacher Broker führt die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5% automatisch an das Finanzamt ab. Du musst keine Steuererklärung für deine Kapitalerträge machen. Bei nicht steuereinfachen Brokern (z.B. DEGIRO, Interactive Brokers) musst du die Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben.
Die KESt beträgt 27,5% auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen aus Kapitalvermögen. Sie wird bei steuereinfachen Brokern automatisch abgezogen. Bei ausländischen Dividenden kann zusätzlich Quellensteuer anfallen, die teilweise anrechenbar ist.
Ja, du kannst beliebig viele Depots bei verschiedenen Brokern eröffnen. Das kann sinnvoll sein, um verschiedene Anlagestrategien zu trennen oder von unterschiedlichen Angeboten zu profitieren. Beachte aber den Mehraufwand bei der Steuererklärung, falls du nicht steuereinfache Broker nutzt.
Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören immer dir - auch bei einer Insolvenz des Brokers. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Achte darauf, dass dein Broker von einer EU-Finanzaufsicht reguliert wird (in Österreich: FMA, in Deutschland: BaFin).