Was sind Dividenden?
Dividenden sind Gewinnausschüttungen, die Unternehmen an ihre Aktionäre zahlen. Als Aktieninhaber erhältst du damit einen Anteil am Unternehmensgewinn - meistens einmal pro Jahr (in den USA oft vierteljährlich).
Nicht alle Unternehmen zahlen Dividenden. Wachstumsunternehmen wie Amazon oder Tesla reinvestieren ihre Gewinne lieber ins Geschäft. Etablierte Unternehmen wie Coca-Cola, Johnson & Johnson oder die österreichische OMV schütten regelmässig Dividenden aus.
Dividenden versteuern in Österreich
Auf Dividenden fällt in Österreich die Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5% an. Bei einem steuereinfachen Broker wird diese automatisch abgezogen.
Beispiel: Du erhältst 100 € Dividende. Nach Abzug der KESt (27,50 €) bleiben dir 72,50 € netto.
Quellensteuer bei ausländischen Dividenden
Bei ausländischen Aktien wird oft im Herkunftsland eine Quellensteuer einbehalten - zusätzlich zur österreichischen KESt. Das kann zu einer Doppelbesteuerung führen.
| Land | Quellensteuer | Anrechenbar (DBA) | Rückholung nötig |
|---|---|---|---|
| USA | 15% (mit W-8BEN) | 15% | Nein |
| Deutschland | 26,375% | 15% | Ja (11,375%) |
| Schweiz | 35% | 15% | Ja (20%) |
| Frankreich | 25% | 15% | Ja (10%) |
| UK/Irland | 0% | - | Nein |
USA: W-8BEN Formular
Bei US-Aktien kannst du die Quellensteuer auf 15% reduzieren, wenn du das W-8BEN Formular ausfüllst. Die meisten Broker bieten das digital an. Die 15% sind vollständig auf die österreichische KESt anrechenbar - es bleibt also nur die KESt.
Quellensteuer zurückholen
Bei manchen Ländern (z.B. Schweiz) lohnt sich die Rückholung der zu viel bezahlten Quellensteuer. Das geht meist über ein Formular beim jeweiligen Finanzamt des Landes - ist aber oft aufwändig.
Dividendengebühren bei Brokern
Manche Broker verlangen eine Gebühr für die Gutschrift von Dividenden - besonders bei ausländischen Aktien. Hier ein Überblick:
| Broker | Dividendengebühr |
|---|---|
| Flatex | 0 € |
| Trade Republic | 0 € |
| DADAT | 0 € |
| easybank | 0 € |
Dividendenstrategie - sinnvoll?
Eine reine Dividendenstrategie ist aus Steuersicht in Österreich nicht optimal. Warum?
- Auf jede Dividende fällt sofort 27,5% KESt an
- Bei thesaurierenden ETFs wird die Steuer teilweise gestundet
- Der Zinseszinseffekt wirkt bei Thesaurierern stärker
Trotzdem kann eine Dividendenstrategie sinnvoll sein, wenn du regelmässige Einkünfte aus deinem Depot haben möchtest - etwa in der Pension.
Häufige Fragen
Die meisten europäischen Unternehmen zahlen einmal jährlich (oft im Frühjahr nach der Hauptversammlung). US-Unternehmen zahlen häufig quartalsweise. Der Ex-Tag ist entscheidend: Wer am Tag davor die Aktie besitzt, erhält die Dividende.
Bei einem steuereinfachen Broker: Nein, die KESt wird automatisch abgeführt. Bei ausländischen Brokern musst du die Dividenden selbst versteuern.
Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Prozent Dividende du bezogen auf den aktuellen Aktienkurs erhältst. Beispiel: Eine Aktie kostet 100 € und zahlt 3 € Dividende - die Rendite beträgt 3%.